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Begrüßung
durch Erich Kronauer, Vorstandsvorsitzender
der Stiftung  Rede anlässlich der Preisverleihung
am 11. Oktober 2003 im historischen Rathaus der Stadt Schweinfurt. Sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Freunde,
zur Verleihung des Historiker-Preises der ERICH UND ERNA-KRONAUER-STIFTUNG
für das Jahr 2003 darf ich Sie recht herzlich begrüßen
und danke Ihnen für Ihr Kommen. Ich begrüße insbesondere
unseren diesjährigen Preisträger, Herrn Dr. Friedrich Pohlmann,
Privatdozent an der Universität Freiburg i. Br.
Für die Laudatio auf unseren Preisträger konnten wir die bekannte
Publizistin und Historikerin, Frau Dr. Brigitte Seebacher gewinnen. Wir
dürfen Sie, verehrte gnädige Frau, sehr herzlich willkommen
heißen.
Des weiteren begrüße ich die Preisträger der Jahre 2000
und 2001, Herrn Dr. Volker Kronenberg und Herrn Dr. Bogdan Musial, sowie
die Herren unseres Kuratoriums mit Ihren Damen.
Auch dieses Jahr sind Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses
in Geschichte des Alexander von Humboldt-Gymnasiums wieder unsere Gäste.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und heißen Sie und Ihren
Studienleiter herzlich willkommen.
Auch der Presse möchte ich für ihr Kommen danken.
Sie, meine Damen und Herren erhalten heute einen Einblick in ein besonders
interessantes Gebiet aktueller historischer Forschung – und wenn
Sie so wollen, Anschauungsunterricht im besten Sinne des Wortes.
Wir, die ältere Generation, die noch Erinnerungen aus ihrer Kindheit
und Jugend an die Zeit der beiden großen totalitären Systeme
des vergangenen Jahrhunderts, den Nationalsozialismus und den Sowjetkommunismus
haben, sind im Sinne des Verstehens und den aus dieser Zeit resultierenden
tragischen Folgen besonders an der Frage interessiert, wie es zur Entwicklung
solcher ideokratischer Systeme kommen konnte.
Es sind diese beiden totalitären Regime, wo „zum ersten Mal
in der Geschichte eine Geschichtsphilosophie zur Staatsdoktrin wurde“ -
wie es Ernst Nolte formulierte.
Wenn Sie mir erlauben möchte ich kurz ein paar Worte zu den erweiterten
Statuten unserer Stiftung sagen:
Bei Gründung unserer Stiftung im Jahre 1999 sahen die Statuten vor,
dass wir herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des inneren
und äußeren Verhältnisses der beiden großen Totalitarismen
des 20. Jahrhunderts durch einen Preis, den Historiker-Preis, auszeichnen
wollen.
Um die Basis für die Würdigung solcher Forschungsarbeiten zu
erweitern, gerade auch im Hinblick auf die Tatsache, dass diese Totalitarismen
aus philosophisch-ideologischen Theorien und Bestrebungen des 19. Jahrhunderts
hervorgegangen sind, haben Vorstand und Kuratorium der Stiftung im Frühjahr
dieses Jahres beschlossen, dies in eine entsprechende Satzungsänderung
einfließen zu lassen. Diese Erweiterung schließt nun auch
die Ideologiegeschichte Deutschlands und Europas seit der Industriellen
Revolution mit ein und wurde damit zur neuen Grundlage für unsere
diesjährige Preisvergabe.
Gleichzeitig damit haben wir auch die bisherige Zielgruppe der Historiker
um Arbeiten von historisch forschenden Politologen und Soziologen erweitert.
Das Grundanliegen unserer Stiftung aber bleibt das Bemühen, der „Historical
Correctness“, oder der Historischen Wahrheit, stets den Vorzug
vor einer wie immer gearteten „Political Correctness“ volkspädagogischen
Charakters zu geben.
In Fortführung dieses Gedankens möchte ich den Erlanger Historiker
Karl Heinz Metz zitieren: er schreibt, „der Kampf um die historische
Wahrheit ist immer zugleich (auch) ein Kampf um gesellschaftliche und
politische Macht, in deren Nexus jeweils festgelegt wird, welche Geschichte
als relevant für die Begründung des korrekten Diskurses zu
gelten hat.“
Soviel zu unserer Stiftung.
Und nun ist es mir eine große Freude, Ihnen, meine Damen und Herren,
Herrn Dr. Friedrich Pohlmann als dritten Preisträger unserer Stiftung
für seine bedeutenden Arbeiten auf dem Gebiet der Totalitarismus
- Forschung als Preisträger für das Jahr 2003 vorstellen zu
können.
Ich darf Ihnen, Herr Dr. Pohlmann, an dieser Stelle schon einmal herzlich
gratulieren. Schon die Hauptbegriffe in den Titeln seiner Bücher
lassen erkennen, dass sein Werk sowohl der engeren wie der erweiterten
Zielsetzung unserer Preisvergabe gerecht wird: Nationalsozialismus, Faschismus,
Kommunismus, Marxismus, Leninismus und Industrielle Gesellschaft.
Sein besonderes Interesse gilt neben der Entstehung insbesondere der
wechselseitigen Beeinflussung und Durchdringung der beiden großen
totalitären Regime des 20. Jahrhunderts. Seine Aufsätze über
Geschichtsdenker wie Max Weber und Hannah Arendt stellen darüber
hinaus wegweisende Studien dar.
Frau Dr. Seebacher wird in Ihrer Laudatio im Anschluss an die Grußworte
unserer Oberbürgermeisterin Frau Grieser auf die Arbeiten von Herrn
Dr. Pohlmann näher eingehen.
Ich danke Ihnen.  
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